Ich habe gerade eine kleine, etwas ungewöhnliche, bei genauerer Betrachtung aber durchaus logische Twitter-Community entdeckt: Raconteur bzw. „futuristic cybercafé“. Wenn man auf den Link klickt, bemerkt man sogleich die offensichtliche Kreativität dieser Community: Sie haben die Friendlist eines Twitter-Accounts (der selbst nur 2 Updates erfuhr) als Community-Portal umfunktioniert und so eine Möglichkeit gefunden, Twitter um die heißdiskutierte Funktion der Groups zu erweitern.
Kreativ müssen sie auch sein, sind sie doch allesamt Schriftsteller – oder Twiteraten (nicht zu verwechseln mit einem anderen Neologismus: den Twiraten ;-) ). Twiteraten sind nichts anderes, als Literaten im Twitter-Format. Dass das nicht unbedingt schlecht sein muss, beweist ja bereits das Haiku, welches nicht viel länger, zumeist aber sogar kürzer als ein Twitter-Update ist.
Rein technisch gesehen, eignet sich Twitter hervorragend für (spontane) Poetry-Slams. Auch scheint mir die Hemmschwelle geringer zu sein, was bedeutet, dass sich auch Neulinge auf dem Gebiet daran wagen können, ohne sich groß zu blamieren.
Ich möchte an dieser Stelle auch noch auf einen poetologischen Ansatz eines anderen Schriftsteller, Blogger und u.a. auch Politiker hinweisen:
Einen Roman über das Individuum zu schreiben erscheint mir zusehends aussichtslos. Gedichte, die gingen ja gerade noch. Ein Gedicht ist in gewisser Weise ja auch nur ein Fragment. Am besten wären allerdings Notizen, zu Schrift erstarrte Beobachtungen, die nichts weiter sein wollen, als Fetzen einer Existenz im Individuellen ebenso wie im Gesellschaftlichen.
(Raimund Bahr @ Journale aus dem Hades)
Ich rate wirklich dazu, den ganzen Artikel zu lesen – er ist es wert! Jedenfalls: Die Grundidee von Twitter sind doch Fragmente. Auch wenn sie nicht literarisch gedacht war, so kann es trotzdem so verwendet werden.
Ich für meinen Teil halte die Twiteratur für eine der großen künstlerischen Chancen unserer Zeit.

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