Vorschlag zu einem „humanitären Kapitalismus“

ich möchte hier mit einem längeren zitat einleiten:

Günter Küppers schreibt in seinem Artikel: Selbstorganisation durch Schließung folgendes:

„a.)Die elementare Basis der Selbstorganisation
[…]
Sucht man nach der treibenden Kraft sozaler Selbstorganisationsprozesse, so bietet sich der soziale Umgang mit Unsicherheit an*. Für soziale Phänomene ist der Umgang mit Unsicherheit konstitutiv. Nur wenn es Ego gelingt, „richtige“ Erwartungen über die Erwartungen von Alter Ego zu bilden, und dies umgekehrt auf für Alter Ego gilt, können sich aus sozialen HZandlungen soziale Prozesse auf Zeit etablieren. Andernfalls bleibt es bei einem Annäherungsversuch, der in sich zusammenbricht. Da Erwartungen auch enttäuscht werden können, sind soziale Prozesse immer vin Abbruch bedroht, absolute Sicherheit bleibt daher unerreichbaer und Unsicerheit steht als treibende Kraft einer sozialen Dynamik dauerhauft zur Verfügung

b)Von der Mikro- zur Makrowelt

Die Gesellschaft ist kein Kontinuum, in dem kollektive soziale Prozesse a priori existieren. Vielmehr gibt es Akteure, die in eigener Kompetenz und nach eigenen interessen handeln. Kollektive Formen sozialen Handelns (Formen der Kooperation und Kommunikation) setzen einen Kopplungsmechanismus zwischen den Akteuren vorraus. Diesen liefert gerade das „Soziale“: Jeder handelt in Erwartung der Handlzungen anderer. Aus sozialen Handlungen werden soziale Prozesse, wenn sich erfolgreiche Erwartungen stabilisieren und Erwartungsmuster bilden. […]
___
* Man könnte auch soziale Ungleichgewischte – den ungleichen Zugang zu den gesellschaftlichen Ressourcen Macht, Wissen und materielle Güter – als Motor für eine soziale Dynamik nehmen. Die Ursache für soziale Ungleichgewichte läge dann aber nicht in der Umwelt des Sozialen

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ich möchte die Aufmerksamkeit auf folgende Stelle richten:

setzen einen Kopplungsmechanismus zwischen den Akteuren vorraus

In Blick auf die Entwicklungshilfe bedeutet das, dass es gilt eine, in Hinblick auf den Menschen positive, Kopplung zwischen westlicher, gewinnorientierter Wirtschaft und der Wirtschaft und v.a. den Menschen der LDC’s und LLDC’s zu schaffen. Diese Kopplung kann und muss nur die Entwicklungshilfe sein. Welcher Natur nun ist diese Kopplung?
Bestimmen wir zur Beantwortung dieser Frage zuerst, was diese Kopplung leisten muss: Sie muss es in die Köpfe der gewinnorientierten (wie windhauch richtig sagte geld-ware-geld-denkenden) Direktoren, dass die Entwicklung der LDC’S und v.a. der LLDC’s etwas positives für sie ist.
Ein Beweiß dafür, dass es derzeit zumeist nicht so ist, ist zum Beispiel der rießige Geldberg, den Firmen durch die Ausbeutung der Menschen in L/LDC’s gewinnen.
Now, how to achieve this coupling? Klar ist, dass es uns wohl nicht gelingen wird, alle Direktoren zu entführen und einer Gehirnwäsche zu unterziehen (abgesehn davon, dass das für alle äußerst ungünstig wäre) und, wie ich bereits anderorts sagte, die „natürliche“ umstimmung der leitenden Egoisten zu Philantropen zu lange dauern würde. Es muss also innerhalb ihres Denksystems ein Vorteil für sie entstehen. Ein Beispiel dafür, dass dieses Paradoxon tatsächlich möglich ist: der im Forum schon öfters angesprochene Gründer der Ghamen-Bank(?): Yunus:

Er bekommt Geld von „Hilfsorganisationen“ und Staaten und inzwischen sogar schon von kommerziellen(!) Firmen, das er auf verschiedenen Banken anlegt und mit diesen Zinsen sozial-wirtschafliche Kleinporjekte in Bangladesh, Indien,… finanziert. Die ersten zwei Teile des Prozesses nun sind für die Wirtschaft sehr Vorteilhaft: sie bekommt Geld: Die Banken arbeiten mit dem Geld, das Yunus bei ihnen anlegt und kurbeln die Wirtschaft an (man korrigiere mich bitte, wenn ich hier falsch liege, denn das ist mein heikler punkt – zunmindest aus meiner perspektive).

Nun ist das aber nur ein einziger Schritt in die richtige Richtung. Zugegeben, viele sind seinem Beispiel gefolgt und inzischen gibt es sogar eine uinternationale vereinigung der Mikrokredit und Mikro-„Hab-vergessen-was“ Organisationen aber insgesamt ist das noch zuwenig. Warum? Weil der insgesamte Vorteil (der Geldberg) der Ausbeutung und (wirtschaflicher) Unterdrückung noch immer größer ist, als der Vorteil der Unterstützung. Erst, wenn der zweitere gesamt gesehen „mehr gewinn abwirft“ wird es ein umkippen der einstellung gegenüber der Entwickklungshilfe geben und somit auch wieder rückwirken auf die Entwicklung selbst (womit ein rückkopplungsmechanismus geschaffen wird, wie er für den „alten kapitalismus“ bereits existiert: durch erfolge steckt man mehr geld hinein, die weitere erfolge herbeiführen und somit weiteres engagement)

Nun kann man natürlich einwenden, dass die Geisteshaltung der Direktoren (verzeiht diesen Ausruck-mir fällt grad nichts besseres ein) erhalten bleibt, was natürlich nicht optimal ist. Als Antwort kann ich nur geben, dass
1) die Gesteshaltung sich doch ändert, da die Menschen der L/LDC’s immer mehr als gleichberechtigt betrachtet werden (zugegeben, dass ist ein minimaler trost aber immerhin setzt hier 2.) ein:)
2.)besteht die möglcihkeit, für die man natürlich wiederum arbeiten muss, dass mit dem ersten schritt in richtuing „Entwicklung ist positiv“, dieser Weg beibehalten wird und mit der (langen) Zeit die Erkenntnis „Entwicklung ist positiv“ nicht nur in wirtschaflichen sinne verstanden wird…

Neben der, hier geforderten Entwicklung der Kopplung darf natürlich niemals die „traditionelle“ Entwicklunshilfe vergessen bzw. vernahclässigt werden!

  1. ich verbessere mich: nicht darf es heißen, neben dem, darf die traditionelle (noch einmal entschuldigung für diesen ausdruck!) nicht vernachlässigt werden, sondern vielmehr muss es heißen, diese Kopplung kann und darf immer nur als ergänzung und unterstützung zu ihr gesehen werden!

  1. 15. Oktober 2007

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