Zum Determinismus des Menschen

ich bin ja ein großer anhänger mandelbrots. nicht nur, weil er so nette bildchen „malt“, sondern v.a. weil seine chaostheorie auch großen philosophischen wert hat: mathematisch gesehen, kann jedes system durch einen s.g. phasenraum beschrieben werden mit attraktoren als werte, die immer wieder eingenommen werden, oder werte, gegen die das system strebt. soweit so gut. je mehr werte es aber gibt, bzw. (und das ist der springende punkt) wieviele faktoren in dem system mitspielen, desto komplizierter werden diese attraktoren in ihrem aufbau (von punkt zu kreis zu torus, zu hypertorus, zu …). in anderen worten: das system wird immer komplexer bis es dann irgendwann unberechenbar – undeterminiert bzw –bar, wird. nun hat man zwar alle asuganswerte (die dns der eizelle z.B.) und vielleicht sogar alle, in unserem beispiel aber eher einige der einflüsse und kann daraus trotzdem nichts machen – alles scheint determiniert (und mag es in grundphysikalischen bzw – psychischen sinn auch sein), doch ist das verhalten des systems chaotisch. ob das nun gleichzusetzen ist, mit freiem willen, ist die frage:

wenn man davon ausgeht, dass das menschliche gehirn, aus dem der wille, sofern
er frei ist, kommt, ein chaotisches system ist, so kann dies nur dann der fall
sein, wenn die, dem system zugrundeliegenden algorithmen nicht-linear
sind. nun ist es offensichtlich, dass sie es im falle des gehirns nicht sein
können – wie bereits geschildert besteht eine rekursive kausalität zwischen
wahrnehmung und nerven(struktur)bildung. in diesem nicht-linearen mileu ist es
nun nicht mehr möglich, den zukünftigen zustand eines systems, des
menschen zu bestimmen, denn wir können nie
wissen, ob wir alle faktoren genau genug kennen, um mit diesem
algorithmus so rechnen zu können, dass sich aus den kleinen fehlern gigantische
fehler ergeben.

aber: wie kann man beweißen, dass man die faktoren nie genügend genau erkennen
kann?

während ich mir einen solchen beweiß nicht einmal vorstellen kann, ist mir das
für den gegenbeweiß durchaus möglich: dann, wenn es gelingt, zu berechnen
(berechnen!), was ein mensch in der nächsten minute tun wird ist die
menschliche determiniertheit gesetzt. natürlich glaube ich nicht, dass es
möglich ist, aber wie beweißen oder zumindest untermauern?

mögliche antwort bitete hier die quantenmechenik, nach der in nanoskopischen
dimensionen alles nur aus wahrscheinlichkeiten besteht. dank der natur
nicht-linearer algorithemn müssen nun diese wahrscheinlichkeiten nicht auf den
nanoskopischen raum beschränkt bleiben…aber eben: sie müssen nicht,
was keinsewegs heißt, dass sie es nicht tun. aber immerhin ein indiz, wenn auch
unbefriedigend.

schlagfertiger ist da schon ein ganz anderes, in der der natur der erkenntnis
selbst liegendes argument:

um alle einwirkenden faktoren zu bestimmen, müsste man nicht nur den menschen
rund um die uhr nach allen regeln des fachs überwachen, sondern auch in sein
physiologisches, hormonelles und neurologisches innere sehen. damit aber nicht
genug!es heißt nicht umsonst, wir seien kinder unserer zeit…was ich damit
sagen will ist, dass man auch die geschichte und die gegenwärtige
„weltsituation“ (die eben von der geschichte abhängig ist), die beide
auf den charakter eines menschens einwirken genügend genau kennen muss. nun ist
das noch irgendwie vorstellbar und theoretisch kann man wohl auch eine
apparatur entwickeln, die mit diesem gigantishen datenvolumen umgehen kann.
abgesehn, dass niemand diesen aufwand rechtfertigen könnte, da er ja nur für eine
einzige person
stattfindet, ist es denkbar. aber selbst diese apparatur,
und keine andere kann das folgende problem überwältigen:

angenommen, die berechnung der zukunft eines wesens dauert t Einheiten lang.
während dt (delta t) aber kommen weiter faktoren x(t) dazu, je mehr, je größer t,
doch selbst wenn t klein bleibt, kommt zumindest ein faktor dazu, der
unberechenbar ist. warum unberechenbar? weil während der berechnung dieses faktors erneut mindestens ein faktor dazukommt. wie bei zenons bewegungsparadoxen. man kann natürlich einwenden, dass die zeit granulär ist (wobie man auch das bestreiten kann) und somit irgendwann keine faktoren mehr dazukommen können, in diesen zeitabständen, in denen t schon gen 0 geht azch keine rechnungen mehr geschehen können
nun ist es aber so, dass wir aufgrund der irregularität des algorithmus keinen faktor in unserer rechnung ausser acht lassen können: selbst der faktor, dass nichts passiert ist, ist wichtig. wir können ihn erst dann ausser acht lassen, wenn wir wissen, dass er auf die entwicklung eines menschzebn keibnerlei einfluss ausübt. das aber können wir erst mit sicherheit sagen, wen das leben des menschen bereits um ist, bzw. wenn der zeitliche abstand groß genug ist, es mir großer wahrscheinlcihektie sagen zu können.

fazit: um die zukunft(bzw. die vergangenheit) eines menschen zu berechnen müsste man bereits die zukunft bis zu der zu berechnenden zukunft kennen, was in einem, wenn schon nicht infitiven, so doch zumindest unberechenbaren regreß mündet->in unmöglichkeit.

zum algorithmus selbst noch kurz: ich glaube, dass, was noch zu zeigen ist, dass der algorithmus selbst den oben beschriebenen modifikationsformen unterliegt, dass er also einer rekursiven kausalität unterworfen ist, bei der wahrnehmung, strukturbildende elemente und die bereits bestehende struktur einander ursache sind…


ist das nun freier wille?
man kann nicht bestreiten, dass der wille von außen nicht beherrscht wird. vielmehr sind es systeminterne vorgänge, die, daran zweifle man nie, mit systemexternen vorgängen stark verknüpft sind. daraus folgend das „genausowenig“: genausowenig kann man behaupten, dass der wille von innen gesteuert wird, noch das er überhaupt gesteuert wird. zumindest nicht gezielt. insofern also ist er frei.
aber gleichzeitig sind es grundlegende gesetze, nach denen er funktioniert und denen er somit immer zu gehorchen hat. nach meiner interpretation manipuliert der wille diese gesetze zwar aber das wiederum nur nach vorgegebenen regeln.

nun ist es so, dass für jeden menschen ein eigener regelsatz erstellt wird insofern er/sie anderen faktoren über den weg läuft und seinen urspünglichen regelsatz dahingegen modifiziert, der nicht in aller genauigkeit bekannt sein kann. insofern wieder fallen diese regeln unter okhams klinge. aber es genügt das wissen um die reine existenz der regeln, wobei die genau natur dieser gleichgültig bleibt, um einen einfluss auf den menschen auszuüben…


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  1. 22. Dezember 2007

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