Frankfurter Buchmesse

Die NZZ schreibt in ihrern Wochenendausgabe

„Eine vorsorgliche Ermattung stellst sich bald ein, eine schwebende Aufmerksamkeit, die nur kurz registriert, gleichmässig und gleichgültig, anwesend und dochj abwesend. Hat der Besucher die Eingangskontrollen passiert, die ersten Galerien und Verbindungskanäle durchmesse, ist er dann in eine der Hallen eingetaucht und einer von TAusenden geworden, so befindet er sich bereits in einem somnamulen Zustand… “ Internationale Ausgabe Samstag/Sonntag, 13./14. Oktober 2007 – Nr. 238, S. 25)

Was folgt lässt darauf schließen, dass ujw selbst nur auf Ebene 3.1 und auch da nur im Bereich Spiritualität und Religion gewesen war.

Mein eigener Eindruck der Messe ist dem gegenteilig: Zwar sehr, vielleicht etwas zu groß, unübersichtlich, nicht optimalst organisiert (v.a. was die web-präsenz anbelangt) und nicht für vegetarier geeignet, ist sie jede Empfehlung wert! Ich stimme darin überein, dass gewisse Dinge, u.a. auch die Besucher etwas untergehen. Vor allem aber die Bücher laufen Gefahr, sich in der Masse völlig aufzulösen: Zu viele davon, zu überwältigend der Input, der von Büchern, Stimmen und gelegebntlich Lautsprechern auf einen einströmt.

Dem haben die Organisatoren des diesjährigen Gastlandes Katalonien offensichtlich bewusst – und gut, was das anbelangt – beigesteuert: Das Forum 1, die spanische Autonomieregion Frankfurts, war beruhigend-elegant in dunkel gehalten und, was die Raumnützung angeht, sehr dekadent. Imitationen von Buchdeckeln bekannter, oder weniger bekannter katalanischer Autoren hängen von der Decke, hier hüfthohe Regale mit Buchexemplaren und Hocker, dort eine kleine Bühne, ein Gemisch aus Sesseln, Hockern und andere Polstermöbel davor, in der Mitte durch eine Holzwand rund abgetrennt Vitrinen mit mit der literarischen Geschichtsverarbeitung der „Catalans“ und ganz abgeschieden an der Wand, längliche Plasmabildschirme und Klangschalen um den Autoren zu lauschen – mit englischen Untertiteln.

Es war wohl mein Glück, dass ich hier meinen Einstieg machte (auch, da zusammen mit mir vielleicht drei Menschen im Saal waren – der trotzdem nicht verlassen wirkte!), denn entspannt ging es nun für mich aus weiter.

Etwas verwirrend, dass EA, Playstation & Co. ebenfalls auf der Frankfurter Buchmesse vertreten waren – zugegeben im Filmbereich.

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Eingangs erwähnte ich, dass vor allem die Bücher Gefahr liefen, unterzugehe…hier muss ich mich jetzt verbessern: Wenn man, was unverständlicherweise lieder viele tun, sich den Druck macht, alles sehen zu müssen, man sich also stresst, gehn die Bücher, aber nicht nur die, sondern rundherum wohl alles verloren. Wir ließen uns Zeit, lasen da etwas Christa Wolf, etwas Schüler, hörten vorm Blauen Sofa des ZDF’s u.a. Alice Schwarzer zu, lauschtem vorm Lesezelt Julia Frank…

Apropos Lesezelt: das Lesezelt ist eine Welt für sich: ein altes Zirkuszelt mit Pakettboden, Holzsäulen und „Separés“, einer kleinen Bühne und Klappstühlen! Traumhaft mährchenhaft! Und v.a. auch interessanter Inhalt…

Das einzige, was es wirklich zu bemängeln gibt, sind die Möglichkeiten der Verpflegung: Außer Mini-Pizzen um 8€, Rindswürsteln mit Brötchen (Semmel für uns Österreicher) und Steak gab es kaum etwas. Für Vegatarier eigentlich nur Kleinsportionen Pommes und Muffins – wofür, da es auch dies nur an einem Stand gab, man lange anstehen musste…also als kleiner Tipp: VIEL Essen mitnehmen!

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