Maniriertheit und Wahrhaftigkeit

Wie vielleicht mitbekommen schreibe ich persönlich auch. In letzter Zeit ausschließlich Lyrik – angehaucht von Kunze und Fried. Natürlich habe ich einen eigenständigen Stil – oder besser gesagt hatte, denn

seit ich begonnen habe, für Wettbewerbe zu schreiben, dachte ich auch nur noch in Wettbewerben und Veröffentlichungen. Genaugenommen habe ich noch nicht so wirklich für Wettbewerbe geschrieben…zumindest noch nichts eingereicht. Anfangs war ich total begeistert davon und der Gedanke an den Wettbewerb (konkret der Castello-Wettbewerb) motivierte und zum Teil auch inspirierte mich. Aber das ist ziemlich schnell umgekippt. Erst einmal hab ich etwas Panik bekommen, weil ich mich nicht für gut genug hielt, aber es ging dann soweit, dass es mich praktisch lähmte. Nicht vor Angst, nein, so melodramatisch bin ich nicht (oder besser gesagt, ich zwinge mich dazu, nicht so zu sein – obwohl ich manchmal schon in die Richtung tendiere). Bis heute kann ich nicht sagen, was genau mich lähmte – vielleicht kommt das noch.

Jedenfalls schrieb ich für den Lektor, nicht einmal mehr für den Leser! Ich wollte beeindrucken, wollte besonders gut sein, wollte allen zeigen, wie gut ich bin. Eigentlich, wenn ich ehrlich bin, wollte ich nur zeigen, dass ich besser als alle anderen bin – typisch für wettbewerbsdenken, für das ich scheinbar sehr leicht anfällig bin =(

Schreiben wurde eine Notwendigkeit – aber nur als Mittel zum Zweck der Anerkennung. Wenn Freund es einem angetan hat, mag man einwenden, dass alles, was man tut, Mittel zu diesem Zweck ist, und auch wenn ich das nicht abstreiten kann, so macht es doch einen gravierenden Unterschied aus, ob…was eigentlich. Vielleicht ist es nur das, was ich in meiner Katodizee geschrieben hab…

Jedenfalls wurde ich ein gutes Beispiel dafür, was man Maniriertheit nennt – literarische Maniriertheit. Ehrlich war ich thematisch und stilistisch zwar trotzdem, aber ehrlich war ich nicht. Das Schreiben selbst war eine Lüge – nicht unbedingt die optimalste Vorraussetzung für das Schreiben. Vielleicht war ich dabei sogar gut, aber was ist das schon gegen die Tatsache der Lüge? Eben!

Nun…heute war ich in einer Schreibwerkstatt mit dem Namen Schreibwerkstatt. Einfallsreich, nicht? Bevor ihr jetzt den Kopf schüttelt: es ist keiner dieser Kurse der Art, wie schreibe ich einen Bestseller in 3 Wochen oder, Einsteigerkurs für Literarische Neulige, nicht mal einer für Fortgeschrittene! Nein…der Englisch- und MeWe-Lehrer meiner Freundin, ist Schriftsteller und zusätzlich zu den oben genannten Fächern auch noch Deutschlehrer. Da ich selbst vor nicht allzulanger Zeit auf eine Schule ging, auf der er auch unterrichtete, war ich schon zuvor bei schulweiten (oder, wenn man gemein ist -internen) Projektwochen bei einem Lyrikkurs bei ihm – just for the try. Meine Freundin, die weiß, wieviel schreiben mir bedeutet(e) und wie stark ich gerade damit hadere, hat mich bei einem weiteren seiner schulweiten (…) kurse angemeldet – obwohl ich nicht mehr auf der Schule bin – aber er ist cool, also gings. Dort jedenfalls habe ich das erste mal sein Jahrzehnten, wie es mir scheint, mit Menschen gesprochen, die selbst schreiben. Wir diskutierten über Texte, die wir geschrieben hatten,…und es war einfach großartig! Ich weiß nicht warum, vielleicht, weil ich recht gute Kritiken bekommen habe, aber es macht wieder spaß! ich will schreiben. Ja genau ich will! Ob ich jetzt tatsächlich Schriftsteller werden sollte, oder nicht – diese Wahrhaftigkeit am Schreiben, selbst, wenn die gesamte Geschichte erfunden ist, will ich gegen nichts in der Welt eintauschen!

wollt ich nur mal loswerden…=)

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