Drei Dinge, die ich euch heute mitteilen will

Nein, diesmal geht es (immer noch) nicht um eine Analyse des Bloggens, Twitterns, MySpacens oder dergleichen, sondern tatsächlich um drei Dinge, die ich euch mitteilen will.

1.)

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat, ganz entgegen dem thailändischen König (aber das gehört nicht hierher) ein Machtwort gesprochen: Keine Speicherung von DNA-Daten Unschuldiger in Großbritannien! Ein klein wenig enttäuscht war ich schon, als ich sah, dass Der Standard, dafür nur 17 Worte übrig hat (Freitag, 5. Dezember 2008, S. 4). Trotzdem ist das ein großer Erfolg für Datenschützer und Civil Rights Advocates. Wie man liest (timesonline), freut diese Entscheidung auch viele Rechtsanwälte, Richter,… Andere, etwa das House of Lords sind darüber nicht ganz so glücklich (the guardian podcast, ab Minute 4:17).
Ich für meinen Teil bin nun doch einigermaßen zufrieden damit, dass die EU diesemal auch für die Bürger und nicht die exekutiven Institutionen entscheidet.

Hier noch ein Link zu der Aussendung des Human Rights Courts: Link;-)

2.)

Der Vatican ist gegen gemischte Ehen. Dass es darum nicht um gleichgeschlechtliche Ehen geht, wird einem erst bewusst, wenn man das gemischt zwischen Vatican gegen Ehe liest. Sosehr ist das Thema der gleichgeschlechtlichen Ehe bereits mit den begriffen Vativan und Ehe verstrickt. Nein, was tatsächlich gemeint ist, ist die interreligiöse Ehe zwischen Muslimen und Christen. Leider konnte ich zu dieser Meldung den Original-Artikel, Podcast, Radiomeldung,… nicht finden, sondern ausschließlich Meldungen von verschiedenen Bloggern, die scheinbar den Artikel der Presse (Presse.com) in leicht variierter Form abgetippt (oder möglicherweiße sogar nur Copy-Paste?) haben, die Meldung des Standards (erneut nicht mehr als 17 Worte), vaticanradio.org, und des ORFs (religion.orf.at). In diesem, ich möchte ihn an dieser Stelle etwas zitieren, offenbart sich für mich wieder einmal die „Toleranz“ und „Offenheit“ der Römisch Katholischen Kirche. Als einigermaßen gesichert (ausser diePresse hat vom ORF abgeschrieben, umgekehrt und die von irgendwem, ders erfunden hat), da von allen gefundenen Quellen zitiert, halte ich folgende Aussage von Mariano Crociata, dem Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz CAI, der Ehepartner (diePresse und der ORF sagen sogar klar heraus, der moslemische Ehepartner, so habe ich alle anderen Zitate allerdings auch aufgefasst), würde nach einiger Zeit versuchen „zu seinen kulturellen, sozialen und religiösen Wurzeln zurückzufinden, was oft dramatische Folgen auch für die Kinder haben können“. (jetzt hab ich’s auch getan – Copy-Paste!)
Diese Aussage impliziert das absolute Vorrecht des Christentums gegenüber dem Islam, denn es ist der moslemische Ehepartner, der die Kultur des christlichen Ehepartners zu übernehmen hat und dies, böse wie er ist, nach einigen Jahren nicht mehr tun will. Das bedeutet zweierlei: Derjenige, von dem diese Aussage stammt, hält es scheinbar nicht für möglich (ob er jetzt bewusst darüber nachgedacht hat oder nicht, sei dahingestellt), dass der christliche Ehepartner die Kultur des moslemischen Ehepartners übernimmt oder, wenn wir ganz liberal sind, adaptiert. Und zweitens ist diese Aussage eine Verneinung der Möglichkeit von Co-Existenz dieser beiden Religionen innerhalb eines sozialen Gefüges.
Kommen wir zum zweiten Teil des oben gegebenen Zitates: dramatische Folgen auch für die Kinder. Ich muss gestehen, dass sich dieses Argument etwas wie eine neu-interpretation (bzw. Wiederaufgriff des psychologischen Arguments) des „Sie-fressen-Kinder“-Aufrufs anhört. Das soll nicht heissen, dass Crociata zu einem Krieg gegen den Islam aufruft, für so ignorant und dumm halte ich ihn dann doch wieder nicht, aber diese grammatische Hervorhebung der Kinder ist doch recht auffällig. Es ist klar, dass Eltern Verantwortung über die, sagen wir mal psychologische Verfassung ihrer Kinder haben, aber dass ist in jeder Ehe und bei allen Eltern der Fall. Wenn es dann auch noch heißt, bei der Erziehung ergäben sich viele Konflikte, dann kann man nur noch über die Blauäugigkeit dieses Bischofs wundern. Es scheint fast so, als wäre er überzeugt, wir lebten in einer Welt der „Himmlischen Familie“, im „7th Heaven“, wie der Titel der Serie im Original lautet. Und selbst in dieser gibt es hin und wieder Konflikte bezüglich der richtigen Erziehung der Kinder! Zugegeben äußerst selten. Trotzdem: Wer glaubt schon, dass das die reale Welt sei?!

So, nun zu der ORF-spezifischen Offenbarung von Toleranz und Offenheit: „Den Bau neuer Moscheen in Italien hat der Vatikan befürwortet. Die Bedingung sei, dass die neuen Gotteshäuser eindeutig der Ausübung religiöser Zwecke dienten und dies staatlich kontrolliert werde, sagte Gianfranco Ravasi, Präsident des vatikanischen Kulturrats am Donnerstag.“ DAS IST JETZT NICHT IHR ERNST, ODER?! Abgesehen davon, dass diese Aussage von keinerlei Verständnis des ismalischen Djihad’s zeugt, ist das eine derart polarisierende Aussage, dass man sich schlichtweg fragen muss, ob Ravasi nicht hauptberuflich als Hetzer für eine der (extremeren) Rechtsparteien Italien’s tätig ist. Es sind genau solche Aussagen, die den tatsächlichen DIALOG zwischen Christentum und Islam unmöglich machen.

3.)

So! Ganz nach dem Sandwich-Prinzip zu etwas erfreulicherem: Ich kann den Schleifknoten! Es interessiert euch vielleicht nicht, aber ich kann ihn! Warum das für mich nicht ganz unwichtig ist? Nun ja: Er ist einer der drei Knoten, die man benötigt um beim Klettern das Seil während des Sicherns abzubinden um a) die Hände frei zu bekommen, b) abzuklettern um Hilfe zu hohlen.

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