DerStandard beweist mal wieder…

Obwohl ein […] Vorschlag Chancen für einen Waffenstillstand zu bieten scheint, gingen die Kämpfe im Gazastreifen nach einer dreistündigen Unterbrechung am Mittwoch weiter

Der Standard, 8.Jänner 2009, S. 4

OK, was beweist das nun? Entweder hat derStandard überhaupt keine Ahnung von den Geschehnissen oder er betreibt bewusste Hetze. Oder, und das vermute ich, beides.

  1. Ein Vorschlag zur Einigung ist weder die Einigung noch der Waffenstillstand!
  2. Von keiner Seite wurde dem Vorschlag zugestimmt
  3. Beide Seiten sind SEHR vorsichtig bezüglich dieser Verhandlungen und geben kaum zu, daran aktiv teilzunehmen.
  4. Der Krieg ist, soweit ich darin Einblick habe, eine Notwendigkeit.

Der letzte Punkt wird vermutlich am meisten Widerspruch (und nur wenig Wiederspruch) hervorrufen, darum möchte ich ihn etwas erklären und entschärfen

Warum ich glaube, dass er eine Notwendigkeit ist:
Der Raketenbeschuss durch die Hamas forderte seit Monaten schon wöchentliche Todesopfer, z.T. Auch darum, weil keine Vorwarnungen an die Bevölkerung gingen. Dies ist eine Situation, in der Israel irgendwann handeln muss – und somit praktisch gesehen von der Hamas zu diesem Krieg gezwungen wurde. Andererseits muss gesagt werden, dass diesen Zwang auszuüben für die Hamas durchaus Sinn macht. Einerseits sind die Mittel der Hamas (zumindest verglichen zu denen Israel’s) stark eingeschränkt und sie haben somit kaum eine Möglichkeit des militärischen Sieges gegen Israel. Zumindest nicht, wenn sie alleine kämpfen. Nun hat die Hamas zwei Möglichkeiten: entweder sie bemüht sich um eine friedliche Lösung, oder sie sucht sich Verbündete. Die friedliche Lösung ist aber die, aus psychologischen Gründen unwahrscheinlichere. Somit geht es darum, Verbündete jedweger Art zu finden. Und was wäre besser geeignet, als eine Invasion feindlicher Kräfte?

Das soll jedoch keineswegs eine moralische oder ethische Verurteilung sein! Es ist nur eine Aufzählung einiger meiner Gedanken zu diesem Konflikt.
Auf der anderen Seite soll dies auch keine Apologie oder Rechtfertigung der Geschehnisse im Nahen Osten sein!

Was mich jedoch aufregt, ist die Unreflektiertheit, mit der derStandard seine Themen behandelt! Und nicht nur derStandard. Diese Tendenz, ganz extrem am Beispiel des Nahost-Konflikts gezeigt, lässt sich in beinahe der gesamten Medienwelt nachweißen!

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