Der Autor als Arrangeur des Experiments

Der Technik des Arrangierens ist spätestens seit dem doppelten Paratext von Goethe’s Werther große Aufmerksamkeit geschenkt worden. Von Pop-Literaraten wie Brinkmann und Götz weiterentwickelt, bietet das multimediale Arrangement die Möglichkeit nicht nur der größeren Perspektivierung und Genauigkeit, sondern auch der emergenten Nutzung der jeden Kunstform eigenen Natur.

Ein Medium, das aus sich selbst heraus arrangiert ist, ist die Presse. Nicht nur werden in modernen Zeitungen verschiedene Textgattungen miteinander vermischt, dieses Textgemisch wird seinerseits durch Photographie und Werbung ergänzt.

Übertragen in das Bedeutungsfeld der Kunst, könnte diese Methodik zu einer ganze neuen Form der Literaturzeitschrift führen. Und zwar eine Literaturzeitung, die nicht Literatur bzw. Kunst veröffentlicht, sondern die in sich selbst Kunst ist. (Auch die Literaturberichterstattung müsste wie Brecht, Benjamin uva. gezeigt haben nicht darunter leiden, sollte man sich dazu entscheiden auch eine Literatur des kommentierten Zitats zu inkorporieren.)

Wie nun könnte eine solche Literaturzeitschrift aussehen?

Während die Presse ihren inneren Zusammenhang zumeist durch das Tagesgeschehen gewinnt, muss sich arrangierte Literatur diesen Zusammenhang selbst schaffen. Das heißt für mich, dass es darum gehen muss, einen fiktiven Plot (wiki-link) zu ‘erzählen’, der Inhalt, Ausgangspunkt oder Tangente aller Texte, Photographien,… ist. ‘Erzählen’ meint hier nicht nur das Vermitteln einer Handlung, sondern die (wie auch immer geartete) Darstellung des gesamten Bedeutungsfeldes von Handlung, Gefühlen, Szenerien, Personen/Charakteren, Gegenständen,…

Insofern ist das Ausmaß des Arragement traditioneller Printmedien nicht genügend, sondern das Arrangement muss, wie bereits erwähnt, emergent und umfassend sein. Das heißt einerseits eine radikale Verbreiterung der Textgattungen, als auch die Aufwertung visueller Kunstformen gegenüber dem Typographischen.

Konkret: Was stelle ich mir als Produkt vor?

Eine regelmäßig erscheinende Literaturzeitschrift dieser Art kann hier nicht das Ziel sein. Dazu fehlt Zeit, Geld und logistisches Kapital. Konkret Stelle ich mir eine Ausgabe dieser Zeitschrift vor.
Leider vermittelt das Wort ‘Zeitschrift’ den Eindruck einer klassischen Analogzeitung und auch wenn Layout und Format stark an denen von Analogzeitungen orientieren soll, ist die Produktion (sprich: der Druck) einer tatsächlichen Analogzeitung unwahrscheinlich. (I would be pleased to be corrected here). Stattdessen ist das Medium der eZines (etwa wie hier (issuu))  realistischer.

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