Catalyst Think Tank

Flickr Image via Troy Holden

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Dass die Studienbedingungen zwischen schlecht und katastrophal schwanken, darauf brauche ich nicht hinzuweisen. Das tun lautstärker und umfangreicher meine KollegInnen in ganz Österreich. Auch darüber, dass es hier nicht um Geldmangel und -forderungen geht, sondern dass es vorrangig strukturelle Probleme sind, brauche ich wohl nicht weiter behandeln. Mir geht es darum Lösungsvorschläge zu bringen. Lösungsvorschläge, das heißt eigentlich Lösungsvorschlag: Catalyst (vage bereits hier formuliert), eine Art virtueller Think Tank. Grob gesagt, soll das eine integrative Plattform sein, über die Studierende wissenschaftlichen Diskurs mimen, lernern und schließlich in diesen eingebunden werden. Genauer gesagt, klingt das dann ungefähr so:

»Studierende treffen zu freien Diskussionen zusammen, aus denen sich, wie bei Diskussionen so üblich (Themen-)Gruppen bilden, die untereinander einen Gegenstand oder eine Methode oder einen neuen Blickwinkel oder … (the possibilities are virtually endless) diskutieren. Dass sich diese Szene im Netz und über ein ganzes Semester abspielt, dürfte heute nicht weiter überraschen. Auch dass Studierende an ihrer Bildung aktiv teilnehmen (können), sollte nicht ungewöhnlich sein.

„Man fühlt sich wie ein vollwertiger Wissenschaftler [oder -In, Anm. Redaktion]“, meint Jonas., teilnehmender Student, „nicht wie jemand, der einfach nur wiederholt, was in anderer Leute Bücher steht.“ Catalyst, ein Bildungsexperiment österreichischer und finnländischer Universitäten, fördert das eigene Denken, spart Kosten und führt ganz nebenbei zu einer stärkeren Vernetzung der Studenten verschiedener Unis und Fächer. „It is brilliant to see how students of different origin, language and expertise come together, working on scientific projects. Some of these projects will even be published to the academic world, which I find especially exiting“, verrät uns Ilida, finnische Tutorin.
„Natürlich müssen nicht alle Student- und -Innen ein fertiges Projekt abliefern, das wäre auch für uns zu viel. Vielmehr ist die Tätigkeit im Netzwerk selbst ausschlaggebend. Wir haben uns dieses Semester darauf geeinigt, dass jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin ein Arbeitstagebuch führen muss, dass er/sie zusammen mit einer Reflexion am Ende des Semesters abgibt.“, erklärt Prof. Eva Gadker.

Den acht ProfessorInnen steht dabei ein Team von 15-20 TutorInnen zur Seite. Ob man als Tutor technisch versiert sein muss? Ilida: „You shouldn’t be afraid of using a computer, of course. But working with Catalyst is pretty easy actually. The first semester was hard though, because we had to establish some kind of structure…“ Sie erklärt uns weiter, dass es nun so ist, dass fast alle StudentInnen zwei oder mehr Semester bei dem Projekt mitmachen, sodass am Semesteranfang genügend erfahrene DiskutantInnen dabei sind, dass ein beinahe nahtloser Übergang möglich ist. Und da einmal erstellte Inhalte auch erhalten bleiben gibt es genügend Anknüpfungspunkte.«

ursprünglich erschienen in SOME MAGAZINE, am 20. Nov. 2014 (in some possible future)

Die technische Umsetzung und -barkeit ein ander mal. Hier nur soviel wie unbedingt notwendig: Die Diskussionen und Arbeiten finden über ein System asynchroner Medien wie etwa Blogs, Wikis und vielleicht Waves und synchroner Medien wie webmeetings, Skype, twitter-esquen Medien und, wo möglich und erwünscht Real Life Meetings statt.

(vielleicht) Interessante Links:
Open Space Methode
Was ist ein BarCamp?
Unconference
edublogs.org/features (v.a. der letzte Absatz)Reblog this post [with Zemanta]

  1. 21. November 2009
    Trackback from : Catalyst « vorblog
  2. 30. Januar 2010

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