Googles (Evil?) Eye

Google Inc.
Image via Wikipedia

Angesichts der News um Google, Bing und Mozilla, scheint es wieder einmal an der Zeit zu sein, sich die moderne Variante der eternal question zu stellen: Ist Google böse? Auch wenn diese Frage sehr plakativ ist, hat sie doch ihre Berechtigung. Die aktuelle Frage (zumindest so wie ich sie stelle) ist: Sollte uns Googles Macht und die Richtung, in die sich Google bewegt Sorgen bereiten?

Googles Macht ist enorm! Was einst ein simpler Algorithmus zweier Studenten in Stanford war, ist heute nicht nur fast 22 Millionen USD pro Jahr Gewinn, sondern der Information Hub unserer Zeit. Neben 80% Marktanteil bei Textsuche und 89% bei Bildsuche, hat Google in den USA die Mail-Accounts von etwa 37 Millionen Menschen „unter Kontrolle“. Google Maps, Google Apps, Google App Engine, Google AdSense, Google Books, Google News, Google Picasa, Youtube, … wer in seinem Browser mal die Cookies durchstöbert, wird garantiert einen „Keks“ von Google finden, der das Verhalten des Nutzers bzw. der Nutzerin im Netz an seine Meister sendet.

Soweit so (un)gut. Was mich stärker verunsichert (ich, der ich bis dato schwer für Google argumentiert habe), sind Googles Angriffe auf den Desktop Markt. Den Beginn machte Google Chrome, ein (immerhin Open Source!) Browser mit starkem Focus auf Geschwindigkeit, gefolgt von der Ankündigung eines eigenen Betriebssystems auf Linux und Chrome Basis. In Googles Logik ergiebt das durchaus Sinn: Die Suche dominieren wir bereits. Unsere Online Programme [z.B.: Google Docs, Google Calender.] laufen gut, könnten aber besser laufen. Also forcieren wir die Verbreitung, indem wir unseren Namen benutzen und damit ein Betriebssystem basteln. Dass der Trick mit den Namen funktioniert, zeigen nicht nur Nike und Apple, sondern auch Google selbst. Ihr Produkt Google Docs hat eine wesentlich breitere Nutzerbasis als das weit überlegene Zoho Office. Und mit Google Android ist Google auch im mobilen Internet stark vertreten.

All diese Information ist beunruhigend in viererlei hinsicht:

  1. Abhängigkeit
    Je mehr Google Dienste wir benutzen, desto abhängiger werden wir von Google.
  2. Unabhängigkeit
    Je mehr Nutzer Google hat, desto mehr Geld und somit (leider aber wahr) Macht.
  3. Zensur
    Mit Google als zentraler Information Hub, ist es für Google ein Leichtes, das Wissen und somit auch die Wahrnehmung einer Gesellschaft zu steuern.
  4. Logik
    Google (Yahoo übrigens auch) hat schon oft bewiesen, dass Google das tut, was für Google am besten ist. Statt moralischen Grundlagen, bedient sich Google einer rein kapitalistischen Logik (oder instrumenteller Vernunft)

Die Frage ist also eigentlich, ob es uns genügen kann, dass diese Logik für uns arbeitet? Derzeit scheint sie das zu tun, aber können wir die Rechnung auch tatsächlich kontrollieren?

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