hardly asleep?

Lange schon bin ich diesen Artikel schuldig. Einen Artikel darüber, wie es mir, meinem Körper und dem Schlafexperiment bis jetzt ergangen ist:

Vor etwa eineinhalb Stunden bin ich von meinem dritten Nap aufgewacht. Ganz genau: Meinem Dritten! die Tage Freitag, Samstag und Sonntag waren leider eine ziemliche Katastrophe. Erst hatte ich dank der Geek Nite meinen zweiten Nap erst schrecklich verspätet und dann am Samstag gleich noch einmal: Meine Freundin kam gerade aus Bulgarien zurück, was u.a. bedeutete, dass ich erst ’spät‘ in der Nacht nach Hause kam – zu spät, um einen Nap riskieren zu wollen, aus Angst, dann erst viel zu spät schlafen zu können. Bis zwei habe ich es dann geschafft wach zu bleiben. Dann ging es einfach nicht mehr. Der Sonntag war ähnlich katastrophal.

Interessanterweise ging es mir am Montag eigentlich recht gut. Etwas nach neun war ich auf der Uni, bibliotheken. Etwas nach zehn erkannte ich, dass ich keine Ahnung hatte, was mir der Text vor meiner Nase eigentlich sagen wollte. Da es natürlich wenig Sinn macht, einen Text dreimal zu lesen und immer noch nicht zu wissen, was da steht, habe ich mich zu einem Powernap entschieden. Etwa 10 Minuten, von selbst aufgewacht. Danach ging es blendend! Lesen, schreiben und hin und wieder etwas tratschen und dabei die eine Stunde locker wieder wett gemacht.

Von halb zwei bis etwa drei war ich mit zwei Freundinnen essen, woraufhin sich der zweite Nap praktisch von selbst einstellte. Erneut: 10 Minuten, von selbst aufgewacht. Danach ging die Arbeit nicht mehr so flott voran, aber ich blieb bis etwa sechs durchgehend hoch konzentriert. Dann, obwohl vom Gefühl nicht unbedingt notwendig gewesen, ein weitere Powernap wie die anderen beiden. Mit einem Freund war ich dann noch bis 11 unterwegs, um Mitternacht zu Hause. Der Nap um 01:15, wenn er auch nur 10 Minuten dauerte war mein Verderben. Danach blieb ich 20 Minuten so müde, dass ich mich ‚gleich‘ wieder hinlegte, und bis acht in der Früh durchschlief.

Heute: Stärkere Morgenmüdigkeit, die sich mit Duschen und Haare waschen aber ziemlich gelegt hat. Zerstreut bin ich geblieben und hab glatt meinen Bibliotheksausweis vergessen. D.h.: Wieder zurück. Bis um 13:00 habe ich zu Hause geschrieben, was ausnahmsweise mal recht gut ging. Wäsche aufgehängt, einen etwa 15minütigen Nap, eine Kleinigkeit essen und dann raus. Da die Bibliotheken derzeit chronisch überfüllt sind, hab ich mich ins Votiv gesetzt. Nicht ganz eine Stunde ging das ganze ziemlich gut, dann wurde ich vom Gespräch am Nachbartisch so sehr abgelenkt, dass ich beinahe nicht mehr arbeiten konnte (nur zur Info: Ganz untypisch ist das für mich nicht).

Ich war dann noch bis ca. 21:00 mit meiner Freundin unterwegs. Zu Hause angekommen nicht ganz eine Stunde weiter geschrieben, einiges gegessen und dann (also etwas nach 22Uhr) beinahe 20 Minuten geschlafen. Bis jetzt bin ich top fit, werde aber auf jeden Fall vor drei schlafen gehen.

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Eine kleine Analyse: Ich habe damit begonnen, zu versuchen, meinen Körper auszutricksen. Ich habe versucht, ihn in ein neues, relativ festes Schema einzupressen. Ob das funktioniert hätte, werde ich wohl nie mit Sicherheit sagen können, weil es zu den zwei radikalen Unterbrechungen Freitag und Samstag gekommen ist. Daraus habe ich aber gelernt, wie ich mit meinem Körper schlafen kann, den Schlaf reduziere, anpassungsfähig bleibe und trotzdem die notwendige Leistung bringe. Ich habe also den strikten Plan aufgegeben und schlafe nun dynamisch. D.h. ich schlafe untertags, dann, wenn ich unbedingt muss – 10 Minuten, da ich untertags scheinbar immer nach der Zeit aufwache, was mir erlaubt, den Tag besser und v.a. dynamischer zu strukturieren -, oder wenn mein Verstand mir sagt, jetzt wäre es wohl besser, weil du so schnell nicht mehr zum Schlafen kommen wirst. Genau dafür scheint mit die erste, strikte, gewaltreiche Phase nach wie vor wichtig gewesen zu sein, denn nur durch sie habe ich gelernt, die Müdigkeit meines Körpers in kürzester Zeit soweit zu verstärken, dass ich beinahe jederzeit eine Kurzschlafphase absolvieren kann.

Auch die Anzahl und, soweit möglich, Dauer der Naps halte ich variabel. Gestern um ~10, ~15, ~01:15, mit Core Sleep von ~01:35-~08:00. Heute um ~13:20, ~22:00, mit geplantem Core Sleep von ~01:45-06:00. Ich erreiche damit nicht ganz die 310 Minuten Schlaf pro 24 Stunden, fühle mich dafür aber wesentlich fitter und kann dynamisch auf meinen Körper UND auf die Tagesanforderungen reagieren. Auch habe ich so das Gefühl, schnell auf (weit?) unter 310 Minuten gehen zu können – wenn auch vielleicht nicht auf Dauer.

  1. Du scheinst mir entweder ein gewaltiges und genaues Erinnerungsvermögen zu haben oder aber wirklich permanent mitzuschreiben was tu tust und wie es dir geht dabei.

    Wie auch immer ich finde das ja hoch spannend und versuche mich selbst an einem solchen Experiment. Meine gewählte Taktik ist core sleep von 4:30 bis 9:00 und entsprechend zwei mal 20min pausen. scheint soweit ganz gut zu funktionieren, außer, dass die morgen ziemlich schlimm sind, aber das kann auch aus mir selbst kommen, die morgen sind immer katastrophal. Was ich mich frage und noch nirgends las ist wie flexibel die Kernschlafphase timebar ist?

    Was mir auch unklar ist ist wie sich die ganze Angelegenheit mit Kaffee verträgt. Sprich ob man den nicht ganz weglassen müsste um einen unbeeinflussten Rhytmus zu haben. Daher trinke ich gerade auch kein Bier.

    Wieso bist du auf 3 Schläfchen umgestiegen? Das wäre für mich praktisch unmöglich weil ich einfach zumeist nicht genug gelegenheiten habe, bzw. unterwegs bin. Wo hast du deinen nap denn gemacht nachdem du essen warst?

    Man darf gespannt sein wie sich die Sache noch entwickelt.

    PS: die meisten Probleme habe ich zurzeit mit der 2ten „Pause“, da bin ich meist zu wach, oder es geht mir zuviel im Kopf herum.

  2. Es ist einr Kombination aus beidem ;) Aber ich hab mir schon gedacht, dass du auch do ein Experiment gedtartet hast.

    Wegen der Kernschlafphase: Die Theorie lässt sich über genaue Zeiten ja nicht aus, da es hier keine Heterogenität gibt. Meine „Erfahrung“ sagt mir, dass nach der klassischen Methode gerade der Core Sleep eher invariant ist, d.h. max 1 Stunde. Aber wie gesagt, das betrifft nur mich. In meinem ursprünglichen Plan hatte ich deswegen unter der Woche leichte Zeitverschiebungen geplant. D.h. ich hab meinen Core Sleep bereits am Dienstag leicht zu ändern begonnen, wenn ich am Mittwoch früher aufstehen musste.

    Ad Kaffee und andere Substanzen: Ich glaube das ist ähnlich wie Rauchen in der Schwangerschaft: Wenn man gewohnt ist, viel Kaffee zu trinken, sollte man den Konsum vielleicht etwas reduzieren, niemals aber radikal abbrechen – der Körper muss sich so schon an genug Dinge gewöhnen! Zu Bier kann ich naturgemäß nichts sagen. Kaffee trink ich derzeit praktisch keinen.

    Die Einschlafprobleme kenn ich nur zu gut. Was mir geholfen hat, ist sich zurückzuerinnenr an die Basics, wie sie Dustin Curtis dargelegt hat. Praktisch hat das dazu geführt, dass ich ersten Nap leicht und zweiten Nap doch stärker nach hinten verschoben hab. Falls du den 6stunden-Rat angenommen hast, sollte den Plan ungefähr so aussehen:
    09:00-15:00;15:20-21:20;21:40-04:40 (

    Und was die Umstellung auf 3 Naps anbelangt: Das ist im Endeffekt dasselbe Argument. Ich hab geschlafen, wenn mein Körper es mir gesagt hat. Dass dabei die Zahl 3 herausgekommen ist, ist eigentlich abiträr…

  3. Sorry, schreib vom Phone aus! Daher der Break, weil ich nach wie vor die Entertaste am neuen Droid drücke.

    Also die phasen: Gemeint waren natürlich die Wachheitsphasen. 15:20 für die erste Kurzschlafphase ist aber zu früh, weil der Core Sleep da noch recht nahe ist. Wenn du ihn grundsätzlich etwas später planst, hältst dus bis zur zweiten Phase wesentlich besser durch. Das ist wichtig, weil du diese gleich mal ne ganze Stunde später ansetzt. D.h. wenn du sie jetzt um 21:40 hattest, machst du sie jetzt um 22:4! By that time you should feel half dead!

  4. Und – Martin, die Dritte – was das Wo des Schlafens abelangt: Überall, derzeit meist in der Bibliothek. Ohropax plus – in meinem Fall noch nicht – Schlafbrille!

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