Die Freiheit des Wissens

Open Access logo and text
Image via Wikipedia

Zu einem Anhänger von Open Source bin ich vor einigen Jahren geworden. Während des Zivildienstes erstmals mit OpenBSD und anschließend mit Debian in Berührung gekommen, verwende ich nunmehr ausschließlich F/OSS. In den letzten Monaten bin ich nun auch zu den Anhängern von Open Access konvertiert, wobei ich Open Access ursprünglich falsch als Open Information verstanden habe.

Warum also Open Access und Open Information?

Ich gehöre wohl zur ersten wirklichen Internet Generation. Das Internet ist für mich zu einer zentralen Philosophie geworden. Ich gehöre zu der Generation, die sich noch an die Ursprünge des ‚www’s erinnert. Ich gehöre zu der Generation, die miterlebt hat, wie plötzlich Blogs auftauchten, wie Technologie ExpertInnen über Facebook schimpften, weil sie ihre Information in einem Closed Garden einsperrten und ja, auch zu der Generation, die Musik, Filme, Newspapers, und z.T. sogar Bücher online konsumiert – ohne dafür zu zahlen.

Die Freiheit von beschränkt sich aber nicht bloß darauf! In der Wissenschaft ist die Dualität von Erkenntnis und Weitergabe bereits angelegt, ein Verhältnis, dass durch geschlossene Informationssysteme ernsthaft gefährdet ist. Gerade Entwicklungsländer haben oft Probleme, auf den westlichen Informationspool zuzugreifen.

Debian Logo

Debian Logo

Und seit Debian nimmt offener Informationsfluss auch in der Open Source Welt eine zentrale Stellung ein. Gerade Jono Bacon, Community Manager von Ubuntu hat mir dabei gezeigt, wie wichtig offene Kommunikation ist. In der Ubuntu Community kann jeder alles Lesen und (fast) jeder kann überall mitreden. Dabei geht es mir weniger um das demokratische Moment, sondern um den Mehrwert von Kommunikation.

Ein Beispiel: Als ich begann, Go zu spielen, lernte ich mit (digitalen) Handbüchern und Anleitungen. Dann entdeckte ich Senseis Library, ein Go-Wiki. Der Unterschied zu den anderen Anleitungen war, dass hier auch offen über die Konzepte und Taktiken diskutiert wurde. Und erst dadurch habe ich wirklich gelernt, mit den Möglichkeiten des Spiels umzugehen. Es war einerseits die Pluralität der Ansichten, aber auch die Tatsache, dass in den Diskussionen Verbindungen gezogen wurden, die in einem taxonomischen System (wie es Artikel, Lexika,…) sind, nicht möglich wären. Und es war nicht zuletzt die Praxis, die in den Diskussionen zum Ausdruck kam.

Neben diesen informellen Mehrwerten, gibt es noch einen weiteren: Den Sozialen. Es ist derselbe Grund,

Jono Bacon

Jono Bacon

warum ich Geek Nites und in Zukunft vielleicht (?) auch Nerd Nites organisiere. Der Mensch ist – ob nun diskursiv konstruiert oder nicht – ein soziales Wesen, der das, was er tut, gern gemeinsam tut. Ihr könnt mich gerne einen Utilitaristen nennen, aber ich denke, dass die Community für jeden Einzelnen enorm wichtig ist. Es ist illusorisch zu glauben, allein die Welt erobern zu können. Auch die größten unter uns sind nicht alleine groß geworden und selbst der größte Individualist ist nicht alleine Individualist.

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    • eranon
    • 27. Januar 2010

    Wäre er alleine Individualist, wäre er die Normalität. Ein toller Artikel, der den Reiz und wahrscheinlich auch den Grund, für den Erfolg von Open Source und Open Access, gut darstellt.

  1. Danke! Und willkommen unter den WordPress-Bloggern!

  1. 30. Januar 2010
  2. 15. Februar 2010

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