Yet another Hype-Voice

Apple Inc - Photo from my iBook
Image by Farid Iqbal via Flickr

Ich wollte es nicht; ich wollte es wirklich nicht; in diesem Hype mitschreiben. Warum ich jetzt doch tue, bleibt mir selbst ein Rätsel. Also:
Das neue Apple iPad ist bestenfalls mediokre. Es ist ein undurchdachtes, schlecht designtes Produkt und hält mitnichten mit den Innovationserwartungen der Techgemeinde mit – nicht einmal ansatzweise! Bevor ich dazu übergehe, einige Punkte zu erläutern, möchte ich vorrausschicken, dass ich generell sehr Apple kritisch eingestellt bin, aber glaube, diese bias hier recht außen vor zu lassen (abgesehen vielleicht vom Ton):

1. Design

Über diesen Punkt kann man sicher streiten, darum behandle ich ihn gleich als ersten. Für gewöhnlich mag ich Apples Hardware und UI Design, aber mit dem iPad kann ich mich partout nicht anfreunden. Diese Ränder sind enorm, die Hinterseite ist silber glänzend und das OS sieht aus, als wäre es für meine kleine (6jährige) Schwester gemacht. Ich weiß, die Ränder sind wichtig, es handelt sich ja um ein Multitouch Device aber so dick?!

2. Phone OS

Warum? Warum ein OS, das für 3,5″ gedacht ist auf einem 9,7″ Display?! Kein Wunder, dass dabei so ein verkrüppeltes Interface (siehe rechts) rauskommt. Es sieht aus, wie ein (immerhin vektoriell) aufgeblasenes Telephon. Und das ist es ja im Grunde genommen, denn das Apple iPad läuft auf dem iPhone OS. Das heißt unter anderem, dass es auch auf dem Tablet keine Möglichkeit geben wird, mehrere Programme gleichzeitig laufen zu lassen, wo doch das eine der großen Chancen von Tablets ist. Die Frage nach dem Warum lässt sich dabei recht leicht beantworten: Im Tablet steckt ein „Apple A4“ Prozessor: ARM. Grundsätzlich find ich das ausgezeichnet, da ich nach wie vor finde, dass ARM für Mobile Devices Intel Atom weit überlegen ist (trotz fehlender Adobe Flash Untersützung). Aber Mac OS X läuft natürlich nicht auf ARM. Apple hätte speziell für das Tablet ein OS, oder zumindest ein Interface designen müssen aber anstatt die paar Extradollar auszugeben und ein wirklich großartiges Produkt zu liefern, haben sie einfach das billigere iPhone OS hergenommen.

ARM/iPhone OS bedeuten auch, einen extremen Lock-in. Erneut kann man nur Programme aus Apples App Store installieren. James Bottomleys „Mac ist ein Luxusgefängnis“ setzt sich also weiterhin fort.

3. Specs

1GHz; 9,7″; keine RAM Angabe? What am I supposed to do with that thing?! Es ist klar, beim iPad handelt sich um ein Consumer Device, nicht um ein Producer Device. Wenn ich mir aber ansehe, was das iPhone (3GS) mit seinen 667 MHz alles nicht auf die Reihe kriegt, ist klar, dass 1 GHz zu wenig sind. Es ist klar, dass die Funktionen, die Jobs gestern vorgestellt hat flüssig laufen, aber bis auf die NYT News Reader App hab ich darin nichts gesehen, was tatsächlich nützlich wäre. Wie schnell also ‚verdreckt‘ das Tablet. Wenn das iPhone ein Indiz darstellt: sehr schnell.

Interessant ist natürlich der SSD speicher, aber da er, genauso wie Akku und alles andere, fest verschweißt ist, stellt sich die Frage, welchen Typ sie tatsächlich eingebaut haben, bzw. wie lang der Speicher hält. Und, das kann ich einfach nicht kritisieren, ihre schmiererabweisende Displayfolie scheint tatsächlich ausgezeichnet zu funktionieren – und ist dabei wesentlich billiger, als HPs Versuche, mit Kameras Fingerabdrücke zu vermeiden.

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    • westernworld
    • 28. Januar 2010

    du bist nicht die zielgruppe für das gerät, aber meine eltern und lieschen müller und ihr mann der nie lust hatte sich mit technik zu beschäftigen.

    du wirst dich wundern wie sehr dieses format in 4-5 jahren der standard pc der anderen hälfte geworden ist.

    was mir wirklich angst macht ist das der appstore-ansatz auf den mac überspringen könnte. im prinzip ist apple gerade dabei die horizontale integration des computerhardware marktes die ms schuf rückgänig zu machen.

  1. stimmt, für mich ist das tablet nicht gedacht.aber wenn ich mir die konzepte etwa vom XO-2 ansehe, denk ich mir schon, dass da – selbst für den consumer market – wesentlich mehr drin gewesen wär. und ich würde solche teile gern im Real Life sehen! also wundern werd ich mich vielleicht, dass es tatsächlich so gekommen ist, aber genauso freu ich mich auf ein starkes drittes lager zwischen PC/Notebook und Smartphone!

    daran hab ich noch gar nicht gedacht! Apple würde so ein Distributionsmechanismus wohl ziemlich gefallen! Ich glaub aber nicht, dass sie das auf die Reihe kriegen könnten, wenn Apple mal wirklich auf den Computer Markt drängt. Außer, wenn sie, wie moderne Linux Distros mit Repositories arbeiten.

    • PostIt
    • 28. Januar 2010

    das ding ist auch nicht für den Business-Market und ich frage mich schon warum sich Apple diese Chance vergibt.
    Wenn ich mich vor Jahren schon gefragt habe, warum es kein Smartphone mit einer annehmbaren Auflösung und einem großen Screen gibt (also 8“ oder 10“ und mind. 800×600) sodass man zumindest gut remote arbeiten kann (wenn man schon nicht alle Programme auf dem TEil selbst laufen lassen kann), und bei Apple das kOnzept für ein neues Teil sicher Jahre im Voraus auf Stevies Schreibtisch liegt….
    und warum wieder 4:3? – macht doch 0 Sinn wenn das dein neuer Reisevideo sein soll

    ich seh den sinn für Lieschen Müller auch nicht wirklich – Lieschen Müller druckt Bilder aus oder hat noch ne Film-Kamera und lässt die Photos bei Schlecker entwickeln….

    Es ist ein gadget, ein Spielzeug für Vielverdiener, ein „Ich-zeig-Dir-was-ich-mir-leisten-kann“… nichts weiter und mit der Notwendigkeit iTunes zu haben um das Teil bedienen zu können geht Apple weiter in eine Richtung die mir firmenpolitisch nicht gefällt – es geht nur noch um den Store, den Tunes-Store, den App-Store, den ???-Store!
    off the rebels are!
    sad mac

  2. Ich glaub auch, dass es derzeit primär ein Gadget für Vielverdiener ist. Dass sie die Chance auf den Business-Market vergeben, da bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht versuchen sie auch, die Marktstrategie des iPhones zu wiederholen: vom Consumer-Market zum Business-Market.

    • PostIt
    • 30. Januar 2010

    naja, exchange-anbindung alleine macht ja das iphone noch nicht per se zum business-handy (auch da ist es ein „zeig-mich-her“-ding).
    abgesehen davon: eine schlechte blauzahn-implementierung, multitasking, missing flash und letztendlich die frage warum das iphone mit SL-Server kein Imap-Idle (Push) zustande bringt??
    business-smartphone? – nope!
    wir werden sehen: ich seh mal für mich und die menschen in meiner umgebung (genauso wie du) keine notwendigkeit und einsatzbedarf für iPad

    • mit business-phone meinte ich nicht, dass es dafür besonders geeignet würe, da stimme ich dir voll und ganz zu. das hindert viele nicht daran, es trotzdem als solches zu verwenden.

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