Archiv für März 2010

D S N – Do Something Nice!

Image representing Cliqset as depicted in Crun...
Image via CrunchBase

I planned on doing a piece on Distributed Social Networks (DSNs)for some time now but was too busy to actually write it. So when Status.net and Cliqset announced that they had integrated Salmon (a DSN protocol) I finally forced myself to sit down and write this. (I even had to re-schedule a few posts for this article to be published.)

So what are Distribited Social Networks and why should you care?
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Tropus Tumblr

Image representing Tumblr as depicted in Crunc...
Image via CrunchBase

Meistens sehe ich Tumblr als Ersatz für das langsam sterbende Relikt aus Urzeiten des Social Networkings: MySpace. Dass das nicht unbedingt stimmt, zeigen Beispiele wie iampaddy, wuuuua! oder Abtruse Goose (um nicht von goodtasteporn zu sprechen!). Dabei kann man Tumblr auch als Allegorie für die Produktion von Gesellschaft und (wissenschaftlichem) Wissen sehen.

Bei Tumblr kann man (ähnlich wie bei Kultur*) Inhalte, Verhaltensweisen und semiotische Möglichkeiten, d.h. Zeichen und Symbole betreffend, unterscheiden. Dabei dienen Verhaltensweisen und Semiotik der Sozialisation neuer Nutzer, vor allem aber der Kontextualisierung, Zensur und Produktion von Inhalten.
Zwei (einfache) semiotische Mittel möchte ich besonders hervorheben: Reblog und Like (ich gehe davon aus, dass jeder und jede versteht, worum es dabei geht. If not: have a look at this! or this!)

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Zwei Geschichten der Schrift


Book of Kells

by losgor

Wir alle kennen die Geschichten von der revolutionären Literatur, die gegen unfaire Machtverhältnisse aufbegehrt oder aufbegehren lässt. Wir kennen ebenso alle die Geschichten von der Literatur, die sich in die Individualität der Menschen (und z.T. Kulturen) einfühlt und sie verstehbar macht. Es ist die generelle Auffassung, Literatur und, im weiteren Sinne, Schrift habe zu mehr Pluralität geführt. Dieser Annahme liegt ein gewaltiger Fehlschluss zugrunde: Die Annahme, Pluralität wäre nur dort vorhanden, wo wir sie auch empirisch-wissenschaftlich nachweisen können, hat kaum Rechtfertigung. Genauso kann eine andere Geschichte der Literatur erzählt werden, in der Schriftlichkeit zu gänzlich gegenteiligen Denkmustern geführt hat.

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Your host, Merton Ace

A couple of days back I stumbled across a video that got me enchanted from the very first minute. I have been watching it ever since:

[Update: The video was removed because certain people disiked their faces shown publicly. So this is a blurred version. Udape #2: here you can find an uncensored version]

What I find so fascinating about this video, are the reactions to Merton’s sudden Impro Piano Show. I myself have been on Chatroulette twice and found it incredibly boring and tiring. If you look at the participant’s faces in this video you will see exactly this boredom. Chatroulette is an absurd service reflecting though never fulfilling the needs of an absurd society. But here we have someone who actually engages with people and uses this medium in a new, unanticipated way. It is not just the quality of his performance (though my friend mgn5 might say he is at times blocking, something frowned upon in the impro community) but the dualism of surprise and Mertons responsiveness to situation his partners are in. In fact it reminds me of the story I told in 101st time…. Both use common media in an almost stubborn but uncharted way to remind us of what it means to live in a community of human beings.

Update #3: Merton posted a second video. You can watch it below:

Link:

Ben Folds + Chatroulette = homage to Merton

Binnen-I

Zum guten Sprachgebrauch von heute gehört es, korrekt zu gendern. Für die Schrift bedeutet das meist (nur) die Verwendung des Binnen-I, wie in PhilosophInnen. Auf zynische Verwendungen, wie BürgerInnenMeisterInnenKanditatInnen werde ich gar nicht eingehen. Genausowenig darauf, dass dieses Gendern sich oft auf das Binnen-I beschränkt und dieses sozusagen kontraproduktiv macht.

Nein, ich will mich auf ein viel fundamentaleres Problem konzentrieren und möchte mit der Frage beginnen, warum überhaupt Binnen-I, bzw. gegenderte Sprache? Das geht darauf zurück, dass sich in der jüngeren Sprachphilosophie und Literatur die Erkenntnis durchgesetzt hat, Sprache könne Denkmuster produzieren und kontrollieren. Prominent geworden ist diese Ansicht vor allem in der österreichischen Literatur zwischen ~1960 und ~2000, mit Bachmann, Grass, Johnson, Wolf (um nur einige zu nennen) oder in Georg Orwells Konzeption der Sprache Newsspeak.
Viele der hier genannten haben der sprache eine patriachale Prägung diagnostiziert. In Umkehrung dieses Prinzips, soll das Binnen-I zu einer pluraleren Denkart führen.

Das Problem aber ist, dass es diese sprachliche Sonderform zwar für Frauen gibt, nicht aber für andere unterdrückten oder benachteiligten Gruppen. Das Binnen-I ist also selbst, trotz seines gegenteiligen Anspruchs, eine diskriminatorische Praxis – etwas, das in der wiener Genderanthropologie bereits gängiges Wissen darstellt. Abseits dieser ist das natürlich ziemlich unpopulär.

*

So what I am going to do from now on: Ich werde mich an die ‚*‘-Form der historischen Sprachwissenschaft halten, die anzeigt, dass ein Satz oder ein Wort konstruiert ist und sich so in der Realität nicht finden lässt. Ich werde diese Form aber nicht ununterbrochen benutzen – vor allem, weil seine Wirkung so verloren geht. Stattdessen werde ich sie von Zeit zu Zeit einstreuen, wo sie mir relevant erscheint und wo ich glaube, dass der „Stolper-Effekt am effektivsten ist.

Kopftuch? Laizismus? Frankreich!

Prise de la Bastille

Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789

Vor einigen Wochen fand ein weiterer französischer Religionsskandal statt, Gegen-Skandal inklusive. Unter der Fahne der Freiheit – liberté, égalité, fraternité – trieb Frankreich im späten 18. Jhdt. die Trennung von Staat und Kirche voran; heute möchte man sagen, radikalisierte. Der dazugehörige Begriff: Laïcité, Laizismus. Diese kategorische Trennung machte durchaus Sinn, war das Programm der Aufklärung doch die Selbstbefreiung der Menschen von Unterdrückung, Natur und Gott. Und auch wenn ich die Revolutionäre des auslaufenden 18. Jhdts. für ihre Resolution und Innovation bewundere – auch für vieles, was uns heute selbstverständlich vorkommt -, so schreiben wir inzwischen doch um einige Kriege, (Gegen-)Revolutionen, Jahrhunderte der anthropologischen und psychologischen Forschung älter. Weiterlesen

The H.P. files

Dobby der Hauself

Dobby, der Hauself

Dieser Artikel liegt nun seit fast einem Monat in der Skizzenlade meines Blogs und es wird langsam Zeit, dass er ausgelüftet wird. Etwas länger hatte ich die Bücher, um die es mir geht nicht mehr in der Hand: J. K. Rowlings Harry Potter Reihe.
Man mag sich fragen, was Harry Potter auf diesem, doch eher kulturwissenschaftlich angehauchten, Blog verloren hat. Aber Rowlings zauberhafte Welt bietet, wie jedwege Hoch- und ‚Nieder’literatur, viele Ansatzpunkte für eine kulturwissenschaftliche Untersuchung. Ich möchte meine Analyse bei der Architektur beginnen.
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