Archive for the ‘ Misc ’ Category

Übersiedelt auf vordichtung

Übersiedelt auf vordichtung

Wie sich unser Leben, unsere Ziele, Anschauungen und Interessen ändern, ändert sich auch unser Blog. Dementsprechend blogge ich inzwischen auf vordichtung.wordpress.com

Schiffsevolution

Mit 10 LVs an der Uni, einem 10 Stunden Job, Geek Nite und meinem neuesten Projekt urbanic bleibt für vorblog leider nur mehr wenig Zeit und Energie übrig. Das ist insofern besonders schade, da es mir die letzten Monate enorm Spaß gemacht hat, hier zu bloggen. Das heißt aber keineswegs, ich würde das sinkende Schiff vorblog verlassen, denn sinkendes Schiff gibt es hier keines. Stattdessen muss sich das Schiff weiterentwickeln, will es den Zeitsturm bestehen. Das heißt vor allem:

  • Informellere Einträge
  • Lockerere Sprache
  • Niedrigere Frequenz

Ich werde versuchen, nach wie vor wöchentlich zumindest einen Artikel zu veröffentlichen und den #ArticleFriday werde ich im monatlichem Format weiterführen.

Warum wählen jetzt besonders wichtig ist

Bundeskanzleramt

Sitz des Bundeskanzlers* in Wien

In einigen meiner vorherigen Posts (z.B. 101st time, Demokratie und Kommunikation) hab ich bereits einer meiner Grunddevisen angedeutet. Die da lautet: you gotta work the system in order to achieve something. Darum kann ich mit Aufforderungen, nicht wählen zu gehen nicht viel anfangen. Und Wünsche, wie die digioms, nach einem unangenehmen, bedeutsamen Bundespräsidenten (oder sogar -in), sind zwar nett, führen aber ins Leere.

Ich bin der Überzeugung, nicht wählen geht von der falschen Prämisse aus, dass ein Protest etwas bewirkt. Dahinter steht das absurde Axiom, das politische System wäre eine Entität, die auf den Protest entsprechend reagieren könnte. Tatsächlich aber ist das politische System eben genau das: Ein System. Und wie viele Systeme funktioniert auch dieses nach dem Attraktoren-Prinzip: Dort, wo etwas (zu holen) ist, dort engagiert man sich.

Das Nicht-Wählen hat dazu geführt, dass das Bundespräsidenten*amt von den Parteien selbst derzeit als nichts anderes gesehen wird, als ein ehrenvolles Pensionistenheim – wie es vor einigen Jahren sogar die Zeitungen noch gewusst haben. Genau um diese Parteien aber muss es uns gehen, denn sie sind es im Endeffekt, die wir davon überzeugen müssen, dass es sich etwas bringt, sich bei den Bundesptäsidenten*wahlen zu engagieren. Und dies tun wir nicht, indem wir sie verweigern, das heißt links liegen lassen, sondern indem wir jetzt erst recht wählen gehen. Erst das wird den Parteien einen Anreiz geben, das nächste Mal eine tatsächliche Bundespäsidenten*wahl anzustreben.

Crazy Impro Cooking

Zuchini Linguini

by Ami.Sanyal

I did this once and it was amazing. So I want to share this idea with you.

Whom is this for?

It’s Saturday evening, your fridge is empty and you know you have to eat *something* the following day? Or are you sick of eating the same dishes week in week out? Maybe you are single and can’t really afford, buying kilos of potatoes and let them rott away because you can’t eat them quickly enough? Read on!

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Die Geister, die ich rief…

By accident I stumbled across this amazing picture.
Shadow by forgottenxIt so happens that I briefly know a photographer who shot a very similar picture seen below (you defenitely have to check out his other works too!) :

heart by ganto

I am not sure what the two photographers wanted to tell us or if at all. Especially the seconde one I find incredibly inspiring for some reason – maybe because it reminds me of You say Party! We say Die!: Monster, one of my favourite songs of all times. While the second photo is more emotional, the first deems me the more philosophical of the two. For me (!) it expresses perfectly the feeling behind one line of German author W. J. v. Goethe: „Die Geister, die ich rief / werd ich nun nicht los“ (~ „the ghosts I called / I know can not quit“). By men’s own creation we – limb and unconciouss – are moved. So, to rephrase Goethe,: „The shadows that I called, befall now me“

Your host, Merton Ace

A couple of days back I stumbled across a video that got me enchanted from the very first minute. I have been watching it ever since:

[Update: The video was removed because certain people disiked their faces shown publicly. So this is a blurred version. Udape #2: here you can find an uncensored version]

What I find so fascinating about this video, are the reactions to Merton’s sudden Impro Piano Show. I myself have been on Chatroulette twice and found it incredibly boring and tiring. If you look at the participant’s faces in this video you will see exactly this boredom. Chatroulette is an absurd service reflecting though never fulfilling the needs of an absurd society. But here we have someone who actually engages with people and uses this medium in a new, unanticipated way. It is not just the quality of his performance (though my friend mgn5 might say he is at times blocking, something frowned upon in the impro community) but the dualism of surprise and Mertons responsiveness to situation his partners are in. In fact it reminds me of the story I told in 101st time…. Both use common media in an almost stubborn but uncharted way to remind us of what it means to live in a community of human beings.

Update #3: Merton posted a second video. You can watch it below:

Link:

Ben Folds + Chatroulette = homage to Merton

Binnen-I

Zum guten Sprachgebrauch von heute gehört es, korrekt zu gendern. Für die Schrift bedeutet das meist (nur) die Verwendung des Binnen-I, wie in PhilosophInnen. Auf zynische Verwendungen, wie BürgerInnenMeisterInnenKanditatInnen werde ich gar nicht eingehen. Genausowenig darauf, dass dieses Gendern sich oft auf das Binnen-I beschränkt und dieses sozusagen kontraproduktiv macht.

Nein, ich will mich auf ein viel fundamentaleres Problem konzentrieren und möchte mit der Frage beginnen, warum überhaupt Binnen-I, bzw. gegenderte Sprache? Das geht darauf zurück, dass sich in der jüngeren Sprachphilosophie und Literatur die Erkenntnis durchgesetzt hat, Sprache könne Denkmuster produzieren und kontrollieren. Prominent geworden ist diese Ansicht vor allem in der österreichischen Literatur zwischen ~1960 und ~2000, mit Bachmann, Grass, Johnson, Wolf (um nur einige zu nennen) oder in Georg Orwells Konzeption der Sprache Newsspeak.
Viele der hier genannten haben der sprache eine patriachale Prägung diagnostiziert. In Umkehrung dieses Prinzips, soll das Binnen-I zu einer pluraleren Denkart führen.

Das Problem aber ist, dass es diese sprachliche Sonderform zwar für Frauen gibt, nicht aber für andere unterdrückten oder benachteiligten Gruppen. Das Binnen-I ist also selbst, trotz seines gegenteiligen Anspruchs, eine diskriminatorische Praxis – etwas, das in der wiener Genderanthropologie bereits gängiges Wissen darstellt. Abseits dieser ist das natürlich ziemlich unpopulär.

*

So what I am going to do from now on: Ich werde mich an die ‚*‘-Form der historischen Sprachwissenschaft halten, die anzeigt, dass ein Satz oder ein Wort konstruiert ist und sich so in der Realität nicht finden lässt. Ich werde diese Form aber nicht ununterbrochen benutzen – vor allem, weil seine Wirkung so verloren geht. Stattdessen werde ich sie von Zeit zu Zeit einstreuen, wo sie mir relevant erscheint und wo ich glaube, dass der „Stolper-Effekt am effektivsten ist.