Binnen-I

Zum guten Sprachgebrauch von heute gehört es, korrekt zu gendern. Für die Schrift bedeutet das meist (nur) die Verwendung des Binnen-I, wie in PhilosophInnen. Auf zynische Verwendungen, wie BürgerInnenMeisterInnenKanditatInnen werde ich gar nicht eingehen. Genausowenig darauf, dass dieses Gendern sich oft auf das Binnen-I beschränkt und dieses sozusagen kontraproduktiv macht.

Nein, ich will mich auf ein viel fundamentaleres Problem konzentrieren und möchte mit der Frage beginnen, warum überhaupt Binnen-I, bzw. gegenderte Sprache? Das geht darauf zurück, dass sich in der jüngeren Sprachphilosophie und Literatur die Erkenntnis durchgesetzt hat, Sprache könne Denkmuster produzieren und kontrollieren. Prominent geworden ist diese Ansicht vor allem in der österreichischen Literatur zwischen ~1960 und ~2000, mit Bachmann, Grass, Johnson, Wolf (um nur einige zu nennen) oder in Georg Orwells Konzeption der Sprache Newsspeak.
Viele der hier genannten haben der sprache eine patriachale Prägung diagnostiziert. In Umkehrung dieses Prinzips, soll das Binnen-I zu einer pluraleren Denkart führen.

Das Problem aber ist, dass es diese sprachliche Sonderform zwar für Frauen gibt, nicht aber für andere unterdrückten oder benachteiligten Gruppen. Das Binnen-I ist also selbst, trotz seines gegenteiligen Anspruchs, eine diskriminatorische Praxis – etwas, das in der wiener Genderanthropologie bereits gängiges Wissen darstellt. Abseits dieser ist das natürlich ziemlich unpopulär.

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So what I am going to do from now on: Ich werde mich an die ‚*‘-Form der historischen Sprachwissenschaft halten, die anzeigt, dass ein Satz oder ein Wort konstruiert ist und sich so in der Realität nicht finden lässt. Ich werde diese Form aber nicht ununterbrochen benutzen – vor allem, weil seine Wirkung so verloren geht. Stattdessen werde ich sie von Zeit zu Zeit einstreuen, wo sie mir relevant erscheint und wo ich glaube, dass der „Stolper-Effekt am effektivsten ist.

Kopftuch? Laizismus? Frankreich!

Prise de la Bastille

Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789

Vor einigen Wochen fand ein weiterer französischer Religionsskandal statt, Gegen-Skandal inklusive. Unter der Fahne der Freiheit – liberté, égalité, fraternité – trieb Frankreich im späten 18. Jhdt. die Trennung von Staat und Kirche voran; heute möchte man sagen, radikalisierte. Der dazugehörige Begriff: Laïcité, Laizismus. Diese kategorische Trennung machte durchaus Sinn, war das Programm der Aufklärung doch die Selbstbefreiung der Menschen von Unterdrückung, Natur und Gott. Und auch wenn ich die Revolutionäre des auslaufenden 18. Jhdts. für ihre Resolution und Innovation bewundere – auch für vieles, was uns heute selbstverständlich vorkommt -, so schreiben wir inzwischen doch um einige Kriege, (Gegen-)Revolutionen, Jahrhunderte der anthropologischen und psychologischen Forschung älter. Weiterlesen

The H.P. files

Dobby der Hauself

Dobby, der Hauself

Dieser Artikel liegt nun seit fast einem Monat in der Skizzenlade meines Blogs und es wird langsam Zeit, dass er ausgelüftet wird. Etwas länger hatte ich die Bücher, um die es mir geht nicht mehr in der Hand: J. K. Rowlings Harry Potter Reihe.
Man mag sich fragen, was Harry Potter auf diesem, doch eher kulturwissenschaftlich angehauchten, Blog verloren hat. Aber Rowlings zauberhafte Welt bietet, wie jedwege Hoch- und ‚Nieder’literatur, viele Ansatzpunkte für eine kulturwissenschaftliche Untersuchung. Ich möchte meine Analyse bei der Architektur beginnen.
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„Bedaure, zu beschäftigt…“

Taken at BarCamp Miami. Summary and updates at...
Leere Blogs und keine Leser?

Mein heutiger Beitrag ist eine Spontankreation eines Posts, wie ich ihn seit etwa einigen Monaten plane, schreibe und wieder verwerfe. Daran lässt sich wohl erkennen, wie wichtig mir das Thema ist. Titel meiner Entwürfe reichen von „Bloggende Autopoiesis“ über „Demokratie: Blog?“ bis zu einem erschöpfenden „Warum wir keine Themen haben und warum uns das besorgen sollte“.

Seit mindestens 2 Jahren beschäftige ich mich nun mit der politischen, gesellschaftlichen und psychologischen Relevanz der verschiedenen Internetmedien. Was mich dabei stets fasziniert hat, ist die Tatsache, dass man (d.h. TheoretikerInnen wie auch BloggerInnen) zwischen einer deutschen und einer österreichischen Blogosphäre unterscheidet. Warum? Weil sich die meisten österreichischen BloggerInnen durch Events wie Blogtail, Web Montag und BarCamps kennen. Etwas, das Thomas Lohninger zu folgender Aussage verleitet hat:

Socialhack Twitter
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Dr. Karl Lueger

Lueger Denkmal

by Lilly Panholzer

Die Unique hat in ihrer neuesten Ausgabe einen Aufruf nach Konzepten zur Umgestaltung des Lueger Denkmals gestartet. Vielen ist die Geschichte ja bereits bekannt, weit mehr wissen wohl nichts von Luegers Affinität zu menschenverachtender (Juden-)Hetze. Nach wie vor aber ist der Teil des Rings, an dem das Hauptgebäude der Uni Wien steht, nach ihm benannt. Ihm ist auch das heroische Denkmal gewidmet, das ihr links seht.

Einreichfrist für Konzepte ist der 31. März – es gilt sich also zu beeilen! Danach wertet eine 7-köpfige Jury, in der sich so bekannte Namen wie Aleida Assmann oder Eva Blimlinger finden, alle Einreichungen aus und setzt sich für die Durchsetzung des gewinnenden Konzepts ein – eine wohl nicht so leichte Aufgabe. Denn der Kampf gegen das Denkmal dauert inzwischen einige Jahrzehnte, doch wurde jeder Antrag zu Abriss oder Änderung des Denkmals von der Stadt Wien abgelehnt. Etwas zynisch könnte man vielleicht aber sagen, dass die heutige Politik wohl nicht mehr das Rückgrat aufbringt, sich diese Wahlkampfmöglichkeit entgehen zu lassen.

Wie dem auch sei; ich begrüße das Projekt. Selbst werde ich vermutlich nichts einreichen; eine Idee habe ich trotzdem. Dabei ‚arbeite‘ ich größtenteils mit Farbsymboliken und Autoreflexion: Die Statue sollte renoviert und zur Gänze in Weiß lackiert werden, während der Sockel gegenteilig in Schwarz eingefärbt wird. An der freien Stelle, die man im Photo links erkennen kann der Satz: „Noch heute haben nur die Täter ein Gesicht“ – entweder in Weiß, oder, was mir besser gefällt, in Rot. Und dazu der Link zur Projektseite http://luegerplatz.com.

The 101st time…

Yet another recollection from Sofia. Remember Ace, the guy who said, Bulgarian people lost the courage to make their environment pretty? He told me something really inspiring that, for some reason, gave me the goose bumps.

Park benches in Central Park

by DeaPeaJay

Ace wants to visit Denmark because of one single man, one single story (I hope I am not mistaken here). At the time he and a friend were thinking about renovating the benches in a park nearby. Problem was they knew someone would (re-)break them in a matter of days. So the Danish guy says, „Well, then you fix it again!“ The obvious answer was „Then they’ll break it again.“ But instead of capitulating, the Danish repeats „Then you fix it again!“ And of course it goes on like that for a while until he says: „You fix it again, a hundred times, and by the hundredandfirst time they will start asking themselves ‚Why is HE doing this?'“ <moment of goose bumps!>

It is such a simple idea, and a story we probably heard a dozens of times – but I still think of it as one of the most inspiring and game changing ideas I ever heard. And Ace told it with such an enthusiasm that for some reason I now want to visit Denmark.

Sofia, Bulgarien

Es war jetzt eine Zeit lang etwas still auf vorblog – etwas zu still. Ich kenne das ja bereits; in meinen zwei Jahren als Blogger hatte ich einige dieser Phasen, in denen das Bloggen keinen oder kaum Spaß macht. Dazu kam, dass ich jetzt knapp eine Woche in Sofia verbracht habe.

Sofia

GMap von Sofia

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